Beiträge von flingern1935

    Leute wenden sich von der DEG ab...
    Jeder Tag mehr in diesem Schwebezustand ist einfach kontraproduktiv und ich hoffe inständig das diese Woche noch ein Statement kommt, wo wirklich handfeste Infos mitgeteilt werden.

    Das wage ich stark zu bezweifeln. Ich würde die Fans ganz grob in drei Gruppen segmentieren.

    1. Hardcore-Fans/Dauerkarteninhaber, die überall hinkommen und sich alles antun.
    2. Gelegenheits-Fans, die regelmäßig aber vor allem gegen attraktive Gegner kommen und wenn’s mal gut läuft.
    3. Event-Fans, die einfach mal zum Eishockey gehen wollen und das maximal dreimal pro Saison tun.

    Die erste Gruppe ist vielleicht gerade genervt von der Schwebesituation und hat für den Sommer schon größtenteils mit der DEG abgeschlossen. Der eine oder andere wird der DEG in der Oberliga vielleicht den Rücken kehren, die meisten bleiben aber dabei. Egal ob gegen Crimmitschau im Dome oder Herne an der Brehmstraße.

    Die zweite Gruppe wird massiv schrumpfen. Aber nicht wegen des Schwebezustands. Diese Gruppe bekommt überhaupt nicht mit, was gerade los ist. Aktuell gehen sie davon aus, dass nächste Saison zweite Liga gespielt wird. Und wenn man da oben mitspielt, kommen sie auch gerne wieder.

    Die dritte Gruppe merkt erst recht nicht, dass gerade alles in der Schwebe ist. Die werden vielleicht in 8 Monaten auf die Idee kommen, mal wieder zum Eishockey zu gehen, und sagen dann “oh, die spielen in der 3. Liga?”

    Also die Hypothese, dass der Schwebezustand dazu führt, dass sich Fans von der DEG abwenden, trifft glaube ich wirklich nur auf so Leute wie uns zu, die Wochen nach Saisonende am Donnerstagmorgen im DEG-Fanforum rumhängen – aber offensichtlich haben wir der DEG auch noch nicht so wirklich den Rücken gekehrt.

    Der KEV wird nicht hochkommen! Die müssten schon, im Finale sieben Spiele spielen und bei plus minus Null rauszukommen. Bei den ist auch nicht alles rosa rot, wie es scheint. Außerdem den fehlen für die DEL 2-3 Mio on top.

    Ach was. Wenn sie hoch gehen, kommen neue Sponsoren, die Fans stehen Schlange für Dauerkarten usw. Wenn man vorher noch etwas auf die Tränendrüse drückt, werden die Fans auch noch kauf-/spendefreudiger. Das wird schon klappen.

    Wer ist denn aktuell überhaupt übrig als Entscheider? Mit dem ganzen raus als Geschäftsführer aber noch da als Gesellschafter, raus als Gesellschafter aber noch da als Sponsor usw. kommt man mal durcheinander. Sind aktuell Hoberg, Völkel, Wirtz die, die als Dreiergespann einen Geschäftsführer suchen?

    Anscheinend was so durchsickert oder zumindest vermittelt wird, gibt es ja anscheinend viel gravierendere Baustellen, als ein Sportdirektor, der bis jetzt immer „überperformt“ hat.

    Die Mannschaft hat teilweise arrogant/überheblich gespielt in meinen Augen und die Sachen versucht spielerisch zu lösen, anstatt einfach zu kämpfen und simpel zu spielen.

    Zu Punkt 1:

    Man vergisst bei all dem Tamtam mit 1A TV-Übertragungen, neuen Zuschauerrekorden und fancy Multifunktionsarenen, dass die DEL strukturell immer noch eine ziemliche Amateurliga ist. Mit Ausnahme der Big 4 (Mannheim, Berlin, München, Köln [die ich aufgrund der Fan-Anzahl, Stadtgröße und Jugendarbeit dazu zähle]), haben alle mehr als genug Baustellen und viele davon sind ähnlich wie bei uns. Und auch die genannten Big 4 haben ihre Baustellen.

    Das Problem ist eben, dass am Ende irgendwer absteigen muss. Das haben wir uns alle (naja, die meisten) viele Jahre gewünscht. Dass es jetzt die DEG trifft, ist natürlich dumm gelaufen. Aber daraus darf man nicht schließen, dass die DEG grundsätzlich schlechtere Arbeit gemacht hat als Iserlohn oder Augsburg. An der einen oder anderen Stelle hatten die vielleicht einfach etwas mehr Glück. Dass der Abstieg am Ende nicht durch Punkte oder Siege entschieden wird, sondern durch das Torverhältnis, sagt doch alles.

    Auch ich habe mich schon lange über Mondt und seine Freunde aufgeregt; die Krönung war für mich die Zeit mit Mondt, Dolak, Kreutzer, Barta als Vierergespann. Ich bin mir 100% sicher, dass man vieles (mit relativ einfachen Mitteln) besser machen könnte. Aber das heißt noch lange nicht, dass die DEG in irgendeiner Form schlechter gearbeitet hätte als der Rest der Liga.

    Zu Punkt 2:

    Man hört doch immer dieselben Themen bei schlechten Mannschaften. Werden Scheiben immer wieder hinten raus gechippt und vorne rein gedumpt, beschweren sich die Fans, dass nichts spielerisch gelöst wird. Wird versucht, alles möglichst spielerisch zu lösen, dann ist es arrogant und überheblich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um zum Ziel zu kommen – leider hat die Strategie der DEG am Ende offensichtlich nicht gut genug funktioniert.

    Dasselbe gilt für den Punkt Kampf. Um "Kampf" und "aufopferungsvolle Hingabe" spricht man immer nur bei schlechten Mannschaften in engen Spielen. Gewinnt ein Top-Team 6:1, sagt danach niemand "wow, die haben so toll gekämpft" – dem Verlierer-Team wird aber womöglich vorgeworfen, nicht ausreichend gekämpft zu haben. "Kampf" ist immer nur ein Ausdruck von "wenn sonst schon nichts läuft, sollen sie sich wenigstens den A**** aufreißen". Dabei kann niemand wirklich sagen, wer wie viel Prozent gegeben hat. Denn wenn's nicht läuft und wenn die Gegner einfach besser sind, dann kann man sich noch so doll anstrengen, am Ende sieht man dabei höchst unglücklich aus.

    Eines ist glaube ich klar, DEL2 funktioniert hier nur wenn wir oben mitspielen, ein Gewürge um Platz 10 wird hier höchsten die 3000 Hardcorefans in die Halle locken und damit wird das Ganze nicht zu finanzieren sein.

    Vielleicht tut man sich ja mit Fortuna zusammen und macht DEG für alle. :deg-schal:

    Ich hoffe nur, dass man jetzt schnell einen guten neuen sportlichen Leiter (ohne Stallgeruch) findet. Ich glaube auch ,dass man schon den einen oder anderen Kandidaten in der Hinterhand hatte und deshalb diese Entscheidung getroffen wurde.

    …wohl leider eine Fehleinschätzung sein. Wobei ich die Hoffnung zwar teile, aber nicht wirklich dran glaube.

    Man muss natürlich bedenken, dass Kandidaten, die ggf. noch irgendwo in den Playoffs aktiv sind, während der Playoffs wahrscheinlich gar keine Gespräche führen. Und sollte schon jemand gefunden sein, wird das ggf. erst nach Saisonende verkündet – unabhängig davon, ob die Person vielleicht schon in gewissen Planungen steckt.

    Das denkt zumindest der Optimist in mir. Ich hoffe wirklich sehr, dass sich schnell etwas tut. Noch ist es ja nicht zu spät.

    Das kann aber eigentlich auch nicht sein, denn wenn mit "offending" das regelverletzende Team gemeint sein sollte, dann wäre Regel 74.2 unsinnig und überflüssig, weil dieses Team ja gar kein Tor erzielen kann, da ja sofort abgepfiffen würde, sobald es Puckkontrolle hat.

    Man behandelt also einen Fall, der gar nicht eintreten kann? ?(

    Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten wie ein Tor erzielt werden kann. Bspw. Eigentore oder ein Gegner schießt ein Tor per Direktabnahme nach Fehlpass. Zudem schließt die Formulierung so ein, dass das Schiedsrichtergespann das Vergehen erst bemerkt, wenn der Puck schon im Netz zappelt. So sind alle Eventualitäten eingeschlossen.

    Heißt: Selbst wenn (noch) kein Pfiff erfolgt sein sollte, muss jedes ggf. erzielte Tor aberkannt werden. Daher ergibt es gar keinen Sinn, den Arm zu heben und das Spiel wie bei den anderen Strafen weiterlaufen zu lassen.

    Das Tor war also so oder so irregulär, Pfiff hin oder her.

    Nein. Denn es ist ausdrücklich vom “offending team” die Rede. Als Team, das in “Unterzahl” spielt, darfst du durchaus ein Tor schießen bzw. weiterspielen bis der überzählige Spieler aktiv ins Spielgeschehen eingreift.

    Aber ich finde gerade Bild 2 und 3 zeigen eins der Hauptprobleme der abgelaufenen Saison.

    Ich würde behaupten, Bild 3 zeigt perfekte Zuordnung wie sie in diesem System sein sollte. Richards (LF) ist nicht eng bei seinem Mann, soll das aber auch gar nicht sein. Denn schafft es der puckführende Verteidiger irgendwie, Angle (C) zu überwinden, dann hat er immer noch Richards vor sich. Wäre Richards näher an seinem Mann, hätte der puckführende Spieler nach Überwinden von Angle freie Bahn zum Tor. Die puckferne Seite wird daher in der Regel nicht so eng gedeckt wie die “strong side”.

    Bei Bild 2 gebe ich dir recht. Das ist die typische Situation, die sich durch dieses System ergibt, die immer wieder zu Problemen geführt hat. Ebner (LV) geht mit dem puckführenden Spieler mit und wird dadurch vom Tor weggezogen, Rymsha (C) fühlt sich aber nicht für das Net-Front-Battle verantwortlich, weil er es als Center gewöhnt ist, sich im hohen Slot aufzuhalten, wenn der Puck oben ist.

    Hinzu kommt, dass die DEG trotzdem die Verteidiger möglichst vor dem Tor halten wollte. Das heißt Ebner soll zwar nach oben mitgehen, soll dann aber schnellstmöglich wieder zurück vor das Tor. Das heißt es kommt unweigerlich ein Punkt, an dem wieder neu sortiert werden muss und mindestens kurzzeitig mindestens ein Spieler freisteht. Das hat viel zu häufig zu Problemen und Gegentoren geführt.

    Das Regelbuch gibt tatsächlich nicht her, dass das Spiel sofort unterbrochen werden muss. Das ist lediglich der Fall, wenn das Team, das die Regelwidrigkeit begeht, den Puck berührt oder der überzählige Spieler aktiv ins Spielgeschehen eingreift.

    Es waren Szenen aus Spielen der DEG und DEL. Gerade an das Bild der eingangs von German Rocket #7 erwähnten "Würfel-5" und den öfter gefallenen Begriff "dice" kann ich mich genau erinnern.

    Und auch daran, dass man das so spielen sollte (und nicht etwa, dass gesagt wurde "Das spielen wir so auf keinen Fall"). Dass das Grundlagen sind, ist richtig.

    Aber wie auch immer, auf Eurem Niveau kann ich nicht mitreden. Weitermachen. :thumbup:

    Ok, das passt aber tatsächlich, denn in Dice-Formation zurückzukommen, das ist allgemein Standard. Gerade weil man nicht immer weiß, in welcher Reihenfolge Spieler im Backcheck zurückkommen, gehen alle erst mal "zurück ins Haus" und das in Würfel-Formation – was danach passiert, ist das Spannende. :)

    Habe mal drei Screenshots angehängt, die das zeigen. An Screenshots alleine natürlich etwas schwierig zu erkennen, weil man die Bewegung nicht sieht, aber am besten erkennt man es daran, dass kein Gegner ohne Gegenspieler rumsteht und vor allem daran, dass teilweise Verteidiger oben an der blauen Linie und Stürmer vor dem Tor oder in den Ecken stehen. Das liegt jeweils einfach daran, dass jeder den Gegenspieler nimmt, der gerade frei ist und dass Verteidiger ihrem Gegenspieler auch bis an die blaue Linie folgen sollen.

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    Der Übergang zur Zonenverteidigung ist aber teilweise fließend, deshalb lassen sich die meisten Systeme auch einfach als hybrid beschreiben. Zumal Mann-gegen-Mann nicht mit der klassischen Manndeckung bspw. im Fußball vergleichbar ist. Auch bei der DEG war es so, dass der puckferne Flügelstürmer eher in den Slot gerückt ist anstatt komplett beim Mann zu bleiben. Die meisten Spieler werden dir ohnehin sagen, dass es zwischen den unterschiedlichen Systemen gar keine allzu großen Unterschiede gibt und wahrscheinlich haben sie damit auch recht – aber die kleinen Unterschiede können schon riesige Auswirkungen haben.

    Sehr guter Beitrag von flingern1935, danke dafür.

    Ich würde an dieser Stelle noch ergänzen, dass diese Mann-Verteidigung heutzutage eigentlich ein Relikt aus grauer Vorzeit darstellt

    Dass ein Reinprecht an einem derartigen System selbst nach eklatant hohen Niederlagen und dem klaren Beweis, dass es -gerade mit dem in die Jahre gekommenen defensiven Personal, das mit Ausnahme von Cumiskey nie als besonders schlittschuhläuferisch begabt galt- nicht funktioniert festgehalten hat, ist in sich vollkommen unerklärlich. Selbiges gilt auch für den missratenen Spielaufbau im Powerplay aus der eigenen Zone (da wir ja ohnehin meist das Bully verloren haben und direkt neu aufbauen durften).

    Grundsätzlich stimmt es zwar, dass reines Mann-gegen-Mann immer weniger wird, aber es gibt durchaus noch Teams, die es erfolgreich implementiert haben. Tampa Bay hat vor wenigen Jahren zwei Stanley Cups damit gewonnen, Carolina gehört aktuell zu den Top-Teams der NHL und spielt ebenfalls Mann-gegen-Mann. Es gibt auch noch weitere NHL-Beispiele. In Deutschland sieht man es neben der DEG vor allem in Köln, aber auch in der DEL2, bspw. in Landshut und Weiden.

    Ansonsten spielen die meisten heutzutage hybride Systeme, in denen Elemente aus beiden Welten übernommen werden. Die häufigste Variante: Box+1 tief, Mann-gegen-Mann hoch. Das ist vor allem sinnvoll, weil heutzutage offensiv viel im 2-3 (2 vor dem Tor, 3 oben an der blauen Linie) und 1-3-1 (ähnlich wie in Überzahl) gespielt wird und du dann oben den Center brauchst, um oben alle drei Gegner zu decken und nicht "downhill" überlaufen zu werden.

    Also ich würde nicht so weit gehen, Reinprecht für Old-School-Hockey zu verurteilen. Letztendlich kann man mit jedem System erfolgreich sein, wenn das Spielermaterial dazu passt. Aber das war bei der DEG mit recht alten, läuferisch schwachen Verteidigern und vielen eher defensivschwachen Stürmern einfach nie gegeben.

    Dem Punkt zum Überzahlspiel würde ich im Übrigen gänzlich widersprechen.

    Gaudet, Richards und Rymsha hatten im PP allesamt Bully-Quoten jenseits der 65%. Auch die Entries fand ich in Ordnung. Drop-Pässe haben sich zurecht als häufigste Strategie durchgesetzt und die DEG hat das insgesamt auch gut gemacht. Schwierig wird es, wenn der PK-Forecheck den Drop-Pass gut wegnimmt – denn dann hast du als puckführender Spieler vor dir ein 3-gegen-3. Man sollte an der Stelle immer versuchen, trotzdem den Drop-Pass zu spielen, wenn möglich. Gegen andere PK-Forechecks (2-2 bzw. Box), hat man auch häufiger gesehen, dass ein schneller puckführender Spieler wie Cumiskey oder Ehl einfach durch die Mitte ging und dann zumindest ein 3-gegen-2 an der blauen Linie hatte. Die Probleme folgten eher danach aus dem Puckbesitz heraus, wobei die PP-Quote insgesamt meiner Meinung nach nicht so schlimm war wie vieles andere in der Saison.

    wenn ich da nicht alles völlig falsch verstanden habe, wurde da keineswegs einer reinen Mann-Verteidigung das Wort geredet.

    Ich bin mir sicher, dass in einem Kabinen-Talk Grundlagen vermittelt wurden und nicht die Taktik, mit der die DEG tatsächlich spielt. Zumal Mann-gegen-Mann-Verteidigung sehr fortgeschritten ist und entsprechende Fähigkeiten benötigt. Das spielt man weder bei Kindern noch in Hobby-Teams.

    Ich habe mal extra einen Account erstellt, um auf diesen Post einzugehen:

    Grundsätzlich möchte ich dir bei all diesen Punkten gar nicht widersprechen, bis auf den zu Haukeland vielleicht. Was für mich aber heraussticht, ist das angesprochene System – denn das hat sich geändert, aber nicht erst unter Reinprecht/Martikainen. Achtung, es wird etwas technisch.

    Unter Hansson/Dolak/Kreutzer spielte man in der defensiven Zone noch ein recht simples Box+1 System (auch Zonendeckung genannt). Die Defensivzone wird in Quadranten unterteilt, in denen jeweils ein Verteidiger oder Stürmer für seinen Quadranten zuständig ist. Der linke Verteidiger für den Bereich hinten links, der linke Flügelstürmer für vorne links usw. Ein Stürmer, in der Regel der Center, unterstützt bspw. als zweiter Mann in Zweikämpfen. Wird der Puck die Bande hoch oder runter gespielt, wird der puckführende Spieler ungefähr an den Hashmarks übergeben. Vorteil: Es ist mit jedem Personal einfach umzusetzen und man macht es dem Gegner sehr schwer, in den Slot zu kommen. Stattdessen gibt es tendenziell mehr relativ ungefährliche Schüsse von außen und von der blauen Linie. Nachteil: Man ist eher passiv und wartet ggf. darauf, dass Gegner versuchen, in den Slot einzudringen. Dadurch kann man über längere Zeit defensiv eingeschnürt werden, wenn man zu passiv wird.

    Der Kader war insbesondere in der Verteidigung auch dann nicht stark – Cumiskey verpasste die gesamte Saison, dafür machten Nic Geitner, Justus Böttner und Luca Zitterbart allesamt über 45 Spiele. Trotzdem war die DEG mit diesem System sehr erfolgreich.

    Unter Dolak/Barta/Kreutzer änderte sich das. Vom Box+1 ging man zu Mann-gegen-Mann. Ob das jetzt von Dolak oder einem der Cos ausging, weiß ich nicht. Auch hier versucht man zwar, die Verteidiger möglichst vor dem Tor und die Stürmer davor zu halten. Je nach Situation gibt es aber sehr viel Bewegung. Puckführende Verteidiger werden beim Pinch die Bande runter nicht mehr übergeben, stattdessen bleibt der deckende Stürmer dran und geht auch dann weiter mit, wenn der puckführende Spieler die Scheibe weiterspielt. Ebenso findet man ggf. Verteidiger, die Gegner an der blauen Linie decken, wenn die Spielsituation diese Zuordnung erfordert. Vorteil: Die Defensive ist deutlich aggressiver. Anstatt zu warten, dass die Gegner auf die Verteidigung zukommen, suchen Defensivspieler aktiv den Zweikampf. Nachteil: Es entstehen fünf Eins-gegen-Eins-Situationen, in denen man darauf vertrauen muss, dass der Defensivspieler besser ist als der Offensivspieler. Wenn Matchups wie Ankert gegen Ronning oder Wirth gegen Pföderl entstehen, kann das schnell schiefgehen. Vielleicht noch schlimmer: Es können Situationen entstehen, in denen plötzlich Ehl und O'Donnell die beiden Spieler vor dem Tor sind, während Akdag und McKiernan an der blauen Linie die Verteidiger decken. Und: Verliert die Defensive ein Eins-gegen-Eins, kann der ganze Rest schnell zusammenbrechen.

    Die DEG kam damit vergangene Saison schlechter klar als mit dem System der Hansson-Saison. Reinprecht/Martikainen führten das, mit kleinen Anpassungen, aber weiter – und es wurde immer schlimmer. Bis zum Schluss herrschte in der defensiven Zone Chaos. Bis zum Schluss schien die Mannschaft das System entweder nicht zu verstehen oder nicht umsetzen zu können. Ich persönlich tippe auf Letzteres. Denn ob Cumiskey, Postma, McCrea, Akdag, Ankert oder Ebner, sie alle haben in ihrer Karriere schon viel mitgemacht und wissen wie man verteidigt. Aber viele von ihnen sind ordentlich ins Alter gekommen und nicht mehr so schnell oder spritzig wie früher – was in Manndeckung tödlich sein kann. Insbesondere dann, wenn man vor sich viele Stürmer findet, die mit dem System ebenso Probleme haben.

    Auf wessen Kappe geht das jetzt? Schwer zu sagen. Vielleicht hätte Reinprecht rausfliegen sollen. Vielleicht hatte die DEG kein Geld für einen neuen Trainer. Vielleicht hätte Reinprecht das System nach erfolglosen 30 Spielen irgendwann umstellen sollen. Aber wie wahrscheinlich wäre es, dass das Team dann ein neues System verinnerlicht, nachdem sie eineinhalb Saisons in Manndeckung unterwegs waren? Man weiß es nicht.

    Natürlich hatte die DEG diese wie letzte Saison noch deutlich mehr Probleme. Nur ein Teil der Tore fallen überhaupt nach mehrsekündigem Puckbesitz in der Offensivzone, der Rest kommt "off the rush", "off the forecheck" und in Special Teams. Aber trotzdem war das Defensivsystem der Punkt, der mir bis zum Schluss ein riesiger Dorn im Auge war.