myfreexp habe zunächst überlegt, ob es die Zeit wert ist, hier zu antworten, da Du in jedem Kommentar, der nicht von Dir stammt, zunächst das Haar in der Suppe suchst. Für dich und gerne auch weitere Forenteilnehmer versuche ich dennoch gerne, etwas Struktur in das Thema "Einsatz von SoMe bei Sponsorship" zu bringen. Vorweg: Seit etwa 25 Jahren bin ich selbst im Marketing tätig und habe nicht wenige Sponsorships für Unternehmen von KMU bis zum Konzern konzipiert und kommunikativ begleitet. Dazu gehörten Events wie die Tour de France, Olympische & Paralympische Spiele und last but not least durfte ich auch einige Monate bei der lokalen/regionalen Vermarktung eines NHL-Teams mitmischen.
Nun zum eigentlichen Thema: Der Einsatz von Social Media macht bei Sportsponsoring-Engagements Sinn, weil Sponsoring dadurch nicht nur sichtbar, sondern aktivierbar, messbar und dialogfähig wird.
Erstens erhöht Social Media die Reichweite eines Sponsorings deutlich. Ein Logo auf Trikot, Bande oder Eventfläche wird vor allem vor Ort oder in der Übertragung wahrgenommen. Über Instagram, TikTok, YouTube, LinkedIn oder X kann der Sponsor die Partnerschaft zusätzlich verlängern: Highlight-Clips, Behind-the-Scenes-Inhalte, Gewinnspiele, Athleten-Content oder Fanaktionen erreichen Zielgruppen auch vor und nach dem Event.
Zweitens ermöglicht Social Media eine stärkere Emotionalisierung. Sport lebt von Emotionen, Identifikation, Spannung und Gemeinschaft. Wenn eine Marke diese Momente digital begleitet, kann sie sich glaubwürdiger mit positiven Sportwerten wie Leistung, Teamgeist, Fairness oder Leidenschaft verbinden.
Drittens entsteht Interaktion mit Fans. Klassisches Sponsoring ist oft einseitig: Die Marke zeigt sich - das war´s zunächst. Social Media erlaubt dagegen Kommentare, Shares, Challenges, Abstimmungen, Livestreams oder User Generated Content. Dadurch wird aus Sichtbarkeit echte Beteiligung.
Viertens kann Social Media die Zielgruppe präziser ansprechen. Sportfans unterscheiden sich stark nach Verein, Sportart, Altersgruppe, Region und Interessen. Über Social-Media-Kanäle können Sponsoren Inhalte zielgruppenspezifisch ausspielen und Streuverluste reduzieren.
Fünftens ist Social Media gut messbar. Während klassische Sponsoringwirkung oft schwer zu erfassen ist, liefern digitale Kanäle Kennzahlen wie Reichweite, Impressionen, Engagement Rate, Klicks, Conversions, Follower-Wachstum oder Sentiment. Dadurch lässt sich besser beurteilen, ob ein Sponsoringengagement wirkt.
Sechstens verlängert Social Media die Dauer der Sponsoringwirkung. Ein Eishockey-Event dauert rd. 3 Stunden inkl. Vorprogramm, eine Saison etwa 7 Monate. Digitale Inhalte können aber dauerhaft abrufbar sein, wiederverwendet werden und über Kampagnen hinweg Wirkung entfalten.
Kurz gesagt: Social Media macht Sportsponsoring wirkungsvoller, weil es aus einer passiven Präsenz eine aktive Markenkommunikation mit Fans macht. Die Marke wird nicht nur gesehen, sondern erlebt, geteilt, kommentiert und im besten Fall positiv mit dem Sportmoment verbunden.
Am Ende des Tages ist es - wie bei so vielem - eine Frage des Preises (die monetäre oder auch gewünschte nicht-monetäre Wirkung kann man vorher schätzen aber nicht vorhersagen, ähnliches Prinzip wie beim Aktienhandel), kaufe ich günstig ein und erreiche ich mit dem Engagement meine Ziele, werde ich mein Engagement mit großer Wahrscheinlichkeit verlängern, kaufe ich zu teuer ein bzw. erreiche ich meine Ziele nicht, werde ich mein Engagement beenden oder womöglich trotzdem am "Puck" bleiben, sofern ich Eishockey- respektive DEG-Fan bin. Ob ich nun günstig oder teuer einkaufe, hängt lange nicht nur mit den Vertragskosten des Sponsorships zusammen, die ich dem Verein "schulde". Einen erheblichen Einfluss hat die Kommunikationsstrategie meines Unternehmens, mit welchen Maßnahmen und Mitteln ich das Sponsorship aktiviere.
Wenn ich ein konkretes, gelungenes Beispiel eines kleinen Sponsorships nennen darf in Bezug auf die DEG, würde ich sagen, dass Nippon Gases - von außen betrachtet - eine äußerst positive mediale Wirkung erzeugt hat.