Finanzen und Sponsoring

  • Ich verstehe nicht warum du da so gegen argumentieren musst.

    Es geht doch gar nicht um Selbstbestätigung. Die Unternehmen sind keine Teenager die ihre neue Fingernägel zeigen. Ebenso wird kein CEO auf den einzelnen Instagram Post schauen.

    Aber Sponsoring und Social Media ist eine Strategie, die messbar ist. Es ist ebenso wie Vertriebszahlen. Nicht ganz so hart, aber ebenso reported. Ich arbeite in einem großen Unternehmen im weitesten Sinne in der Finanzbranche. Wir haben eine Social Strategie mit definiertem Ziel und zwei interne Spezialisten sowie eine Agentur. Glaub mir dass jeder einzelne Post bewertet wird hinsichtlich Erfolg. Und insgesamt daraus Erkenntnisse für Weiteres getroffen wird. Wenn wir ein Sponsoring mit einem Verein hätten, dann würde dies in die Social Strategie einbezogen. Auch die Erfolgsmessung. Es würde nicht alles daran fallen, sollte nur social nicht stimmen. Aber es wäre ein Indikator ob es was bringt. Wie ich schon sagte. Daher weiter mein Tipp, dass diejenigen, die gern Posten und followen, das bitte tun sollen und es nicht für die Katz ist.

    Werde das aber nun nicht weiter kommentieren, schade dass das Thema so klein klein zerfleddert wird. Ich wünschte mir da einen offeneren Umgang unabhängig von der eigenen negativen Bewertung von social Media (die ich teilweise teile). Es ist aber heute eine Säule von Unternehmenskommunikation, ob man will oder nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von Chrizzly (25. Mai 2026 um 12:02)

  • Chrizzly, erstmal danke für den sachlichen Beitrag.

    Ich verstehe nicht warum du da so gegen argumentieren musst.

    Ich lege – wie Du auch – meine Sicht der Dinge dar. Muss ich nicht, und Du auch nicht. Aber dafür sind Foren da.

    Ich arbeite in einem großen Unternehmen im weitesten Sinne in der Finanzbranche. Wir haben eine Social Strategie mit definiertem Ziel und zwei interne Spezialisten sowie eine Agentur. Glaub mir dass jeder einzelne Post bewertet wird hinsichtlich Erfolg. Und insgesamt daraus Erkenntnisse für Weiteres getroffen wird.

    Das ist doch interessant, kannst Du das konkretisieren? Worin besteht der Erfolg? In der Zahl der Likes, der Kommentare, deren Inhalt, der Personen oder Unternehmen, die liken/followen/kommentieren?

    Wenn ADELTA.FINANZ den Post der DEG zu deren Engagament bewertet, zu welchem Ergebnis müssten die kommen? Einigermaßen niederschmetternd, würde ich vermuten: 11 inhaltlich substanzlose Kommentare (davon zwei von ADELTA selbst), 617 Likes von 60.800 DEG-Followern, und seit 5 Tagen tut sich da nichts mehr. Aus den Augen, aus dem Sinn, die Halbwertzeit solcher Posts dürfte bei max. einem Tag liegen. Und ob einer der anderen 9 Kommentierer als potentieller Kunde überhaupt in Frage kommt, ist auch unwahrscheinlich.

    Andererseits haben die noch nie soviele Likes auf ihrer eigenen Instagram-Seite bekommen. Die höchste Zahl an Likes, die ich auf die Schnelle gesehen habe, liegt bei 30.

    Aber es wäre ein Indikator ob es was bringt.

    Mag man ja so sehen, aber wenn das so ist, müssten die ihr Sponsoring eigentlich nochmal überdenken (hoffentlich nicht).

    Aber Sponsoring und Social Media ist eine Strategie, die messbar ist.

    Das halte ich auch für fraglich. Ich habe den Post der DEG gesehen, gelesen, und das war’s. Kein Like, kein Kommentar, ich folge auch nicht, also können die von meiner "Teilhabe" gar nichts wissen. Und ich bin ja sicher nicht der Einzige.

    Werde das aber nun nicht weiter kommentieren, schade dass das Thema so klein klein zerfleddert wird. Ich wünschte mir da einen offeneren Umgang unabhängig von der eigenen negativen Bewertung von social Media (die ich teilweise teile). Es ist aber heute eine Säule von Unternehmenskommunikation, ob man will oder nicht.

    Was meinst Du mit "klein zerfleddert" und "offeneren Umgang"? Von mir aus kann jedes Unternehmen seine Schlüsse aus Likes und Kommentaren auf Instagram ziehen wie es lustig ist. Insofern bin ich da völlig offen, was auch sonst, ich kann (und will) sie auch gar nicht daran hindern. Ich halte es persönlich halt nur für weitgehend irrelevant bei einem Factoring-Dienstleister wie ADELTA.FINANZ (theoretisch wäre ich sogar deren potentieller Kunde). Klar, bei Schumacher, Füchschen, Henkel, Vodafone etc. ist es was anderes, weil die Produkte für den Endkunden anbieten.

    Was mich noch zu einem anderen Punkt bringt:

    Ja, wie gesagt wollte dem gar nicht grundsätzlich widersprechen, aber wollte auch sagen dass seriöse Unternehmen Sportsponsoring nicht eben so machen weil einer Bock drauf hat oder die was gutes tun wollen, sondern um ein definiertes Ziel zu erreichen.

    Entspricht nicht meiner Beobachtung und Erfahrung. Doch, sie machen es genau deshalb, weil sie "Bock drauf haben", denn einen wirklich messbaren und nennenswerten Erfolg wird ein Sponsoring bei der DEG gar nicht erzielen können. Das ist ja die Krux, dass keiner in den Führungsetagen der in Düsseldorf ansässigen Großunternehmen sitzt, der DEG- oder zumindest Eishockeyfan ist.

    Ich weiß es konkret am Beispiel BVB und Evonik, weil ich beruflich mit deren damaligem VV, Klaus Engel, zu tun hatte. Evonik ist aus dem einzigen Grund Trikotsponsor des BVB geworden, dass Engel BVB-Fan war.

    Gleiches gilt/galt in anderer Größenordnung für Klüh, Zamek, Kamps und wahrscheinlich auch EPSON. Oder guck Dir die Sponsoren in Iserlohn und Bremerhaven an. Wobei sich Unternehmen, die irgendwas für Endkunden herstellen und an diese verkaufen, sich wenigstens noch eine geringfügige Steigerung des Umsatzes erhoffen können.

    Und vor allem gilt das für die vielen Kleinsponsoren der DEG wie mich selbst: Ich mache das nur, weil ich DEG-Fan bin, verspreche mir davon gar nichts und habe auch kein definiertes Ziel. Jedenfalls nicht für mein (durchaus seriöses) Unternehmen.

    Letztes Beispiel die TIMOCOM:

    Es war nie mein Ding, mich zu produzieren. Ich lebe gern im Hintergrund und versuche, das, was ich erreicht habe, nicht nach vorne zu zeigen, sondern an verschiedensten Stellen zu helfen. 1997 habe ich die Timocom gegründet, da haben wir sehr viel dran gearbeitet und tragen jetzt die Früchte. Davon möchte ich etwas zurückgeben. Zur Branche, an Leute, die es gebrauchen können, und neuerdings auch im Profisport.

    […]

    Ich bin Eishockeyfan, aber kein Eishockeykenner. Und das muss auch nicht so sein. Ich habe einfach Spaß an diesem Sport.

    […]

    Die DEG ist ein Traditionsverein. Und ich bin der Meinung, dass wir als Unternehmer Zeichen setzen sollten. Gerade in dieser schwierigen Welt. Wir brauchen alle Halt und Ablenkung. Insofern war es die Idee meiner Frau und von mir, dass wir einem Verein wie der DEG helfen, einem Düsseldorfer Traditionsverein, um dafür zu sorgen, dass eine solidere Basis aufgebaut wird.

    Auch im übrigen Interview keine Rede von definierten Zielen für das Unternehmen.

    Ohne Begeisterung für Eishockey und die DEG wird man eher kein Sponsor bei der DEG werden, davon bin ich überzeugt.

    Gruß, Michael

    Eishockey … Eishockey … Eishockey spielt nur die DEG :deg-schal:

  • myfreexp habe zunächst überlegt, ob es die Zeit wert ist, hier zu antworten, da Du in jedem Kommentar, der nicht von Dir stammt, zunächst das Haar in der Suppe suchst. Für dich und gerne auch weitere Forenteilnehmer versuche ich dennoch gerne, etwas Struktur in das Thema "Einsatz von SoMe bei Sponsorship" zu bringen. Vorweg: Seit etwa 25 Jahren bin ich selbst im Marketing tätig und habe nicht wenige Sponsorships für Unternehmen von KMU bis zum Konzern konzipiert und kommunikativ begleitet. Dazu gehörten Events wie die Tour de France, Olympische & Paralympische Spiele und last but not least durfte ich auch einige Monate bei der lokalen/regionalen Vermarktung eines NHL-Teams mitmischen.

    Nun zum eigentlichen Thema: Der Einsatz von Social Media macht bei Sportsponsoring-Engagements Sinn, weil Sponsoring dadurch nicht nur sichtbar, sondern aktivierbar, messbar und dialogfähig wird.

    Erstens erhöht Social Media die Reichweite eines Sponsorings deutlich. Ein Logo auf Trikot, Bande oder Eventfläche wird vor allem vor Ort oder in der Übertragung wahrgenommen. Über Instagram, TikTok, YouTube, LinkedIn oder X kann der Sponsor die Partnerschaft zusätzlich verlängern: Highlight-Clips, Behind-the-Scenes-Inhalte, Gewinnspiele, Athleten-Content oder Fanaktionen erreichen Zielgruppen auch vor und nach dem Event.

    Zweitens ermöglicht Social Media eine stärkere Emotionalisierung. Sport lebt von Emotionen, Identifikation, Spannung und Gemeinschaft. Wenn eine Marke diese Momente digital begleitet, kann sie sich glaubwürdiger mit positiven Sportwerten wie Leistung, Teamgeist, Fairness oder Leidenschaft verbinden.

    Drittens entsteht Interaktion mit Fans. Klassisches Sponsoring ist oft einseitig: Die Marke zeigt sich - das war´s zunächst. Social Media erlaubt dagegen Kommentare, Shares, Challenges, Abstimmungen, Livestreams oder User Generated Content. Dadurch wird aus Sichtbarkeit echte Beteiligung.

    Viertens kann Social Media die Zielgruppe präziser ansprechen. Sportfans unterscheiden sich stark nach Verein, Sportart, Altersgruppe, Region und Interessen. Über Social-Media-Kanäle können Sponsoren Inhalte zielgruppenspezifisch ausspielen und Streuverluste reduzieren.

    Fünftens ist Social Media gut messbar. Während klassische Sponsoringwirkung oft schwer zu erfassen ist, liefern digitale Kanäle Kennzahlen wie Reichweite, Impressionen, Engagement Rate, Klicks, Conversions, Follower-Wachstum oder Sentiment. Dadurch lässt sich besser beurteilen, ob ein Sponsoringengagement wirkt.

    Sechstens verlängert Social Media die Dauer der Sponsoringwirkung. Ein Eishockey-Event dauert rd. 3 Stunden inkl. Vorprogramm, eine Saison etwa 7 Monate. Digitale Inhalte können aber dauerhaft abrufbar sein, wiederverwendet werden und über Kampagnen hinweg Wirkung entfalten.

    Kurz gesagt: Social Media macht Sportsponsoring wirkungsvoller, weil es aus einer passiven Präsenz eine aktive Markenkommunikation mit Fans macht. Die Marke wird nicht nur gesehen, sondern erlebt, geteilt, kommentiert und im besten Fall positiv mit dem Sportmoment verbunden.

    Am Ende des Tages ist es - wie bei so vielem - eine Frage des Preises (die monetäre oder auch gewünschte nicht-monetäre Wirkung kann man vorher schätzen aber nicht vorhersagen, ähnliches Prinzip wie beim Aktienhandel), kaufe ich günstig ein und erreiche ich mit dem Engagement meine Ziele, werde ich mein Engagement mit großer Wahrscheinlichkeit verlängern, kaufe ich zu teuer ein bzw. erreiche ich meine Ziele nicht, werde ich mein Engagement beenden oder womöglich trotzdem am "Puck" bleiben, sofern ich Eishockey- respektive DEG-Fan bin. Ob ich nun günstig oder teuer einkaufe, hängt lange nicht nur mit den Vertragskosten des Sponsorships zusammen, die ich dem Verein "schulde". Einen erheblichen Einfluss hat die Kommunikationsstrategie meines Unternehmens, mit welchen Maßnahmen und Mitteln ich das Sponsorship aktiviere.

    Wenn ich ein konkretes, gelungenes Beispiel eines kleinen Sponsorships nennen darf in Bezug auf die DEG, würde ich sagen, dass Nippon Gases - von außen betrachtet - eine äußerst positive mediale Wirkung erzeugt hat.

  • cst04 hat alles perfekter beschrieben als ich aus dem Urlaub auf dem Smartphone könnte. Daher auch ohne Zitate.

    Nur kurz zum Evonik Beispiel: als Impuls vom Vorstand mag das sein und ne zeitlang sogar so gehen. Aber irgendwann kommt ein anderer Vorstand oder sonst wer um die Ecke und fragt "was sollen die 1 Mio, die wir da jährlich raus hauen. Wären die nicht besser in konkreten Marketing - oder Vertriebsaktion eingesetzt?". Spätestens wenn Mitarbeiter wegen Sparmßnahmen gehen müssen, wird das Konzept gehörig durchgecheckt.

    Zu den konkreten Fragen zu dem Unternehmen wo ich bin: die Strategie im Detail kenne ich nicht, kann ich auch nicht genau sagen. Aber ich habe ausreichend Austausch und Einsicht in Präsentation von Social Agenturen, die aufs kleinste aufrechnen was sie wie erzielen möchten. Das geht durch Boards und auf deren Grundlage wird entschieden "machen wir oder nicht".

    Es sind genau die Messgrößen die ich genannt habe: Sichtbarkeit des Posts, Reaktionen. Die zur definierten Zielgruppe passen. Also habe ich beispielsweise Deutschlandweit alle 30-50jahrigen Sportinteressierten Angestellten erreicht. Ja so genau wird das definiert.

    Und wenn es bei Adelta wirklich 617 Likes von DEG Fans sind, dann wäre das eine Zahl, die unsere Social Abteilung schon zum Jubeln bringen würde.

    Zum zerfleddern: du gehst von deinen Vorstellungen aus und stellst in Frage wenn hier andere sagen dass Interaktion etwas bringen könnte.

    Zum "Ich bin nicht messbar weil ich nicht interagiere". Natürlich wird genau angezeigt ob ein Post an wie viele ausgespielt wurde. Egal was du damit machst. Wenn du was tust, wird es nur "relevanter". Also nicht wie TV Werbung, sondern wie ein Banner, den du klickst. Man könnte es Lead nennen, je nach Ziel.

    Zum Thema Endkunde: Kein Unternehmen wird seriös erhoffen X Produkte mehr zu verkaufen durch Sponsoring. Währung ist einfach Image und/oder Bekanntheit. Wichtige Währungen. Daher aber für die Henkels dieser Welt auch stark zu prüfen. Und bei Adelta eben eine gute Investition.

    Zu den Führungsetagen keine Eishockey Fans: es wäre bei uns zb irrelevant ob der Vertriebsvorstand DEG Fan wäre. Es muss ein schlüssiges Konzept überzeugen dass alle da mal sagen wie 100.000 locker machen. Und ganz ehrlich da ist Sportsponsoring das letzte an das gedacht wird.

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