Einige positive Erkenntnisse aus den ersten Spielen unter dem neuen Trainer:
- der Center sichert bei eigenem Puckbesitz in der Offensivzone als tiefstehende Würfel-5 deutlich mehr nach hinten ab und lässt sich teilweise komplett an die blaue Linie fallen, ermöglicht so aber den Verteidigern außen höher zu stehen und etwas mehr zu riskieren. Stichwort Restverteidigung, das läuft insgesamt recht gut an. So ist es aber natürlich arbeitsintensiver für die Winger, welche das Cycling an der Bande kreativer und letztlich sicherer gestalten müssen.
- das blinde Anspielen eines Wandspielers in der neutralen Zone für einen Dump hat offenbar größtenteils (Gott sei Dank) ausgedient. Vielmehr versucht man über ein give-and-go oder kreative Einzelaktionen durch die Mitte ("center lane option") in die Offensivzone zu kommen. Auch das gefällt und ist näher am vorhandenen Personal ausgelegt.
- mental scheint die Mannschaft gelöster. Die beiden Nackenschläge direkt hintereinander im zweiten Drittel hatten mich schon sehr besorgt, aber man hat es dann doch binnen zwei Minuten geschafft, sich zu fangen und wieder offensiver zu spielen. Da lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es vor 2-3 Wochen eine Klatsche mit 1:7 o.Ä. gehagelt hätte.
- endlich endlich endlich wird auch mal darauf verzichtet, blind abzuziehen in Situationen, in welchen der Goalie das Tor zu 95% verdeckt. Bestes Beispiel das 1:0 von Hirano. Gerade in dieser Liga, wo eigentlich kaum ein Spieler einen nennenswert akkuraten Schuss hat, ist das Auszocken des Torwarts häufig viel erfolgversprechender. Solche Situationen, in welcher der einfahrende Center im Slot vom Verteidiger blockiert wird und der puckführende Winger freie Bahn zum Tor hat, bekommen wir pro Spiel 4-5x. Wenn wir dort häufiger zocken, werden auch automatisch mehr Tore fallen als bisher.
- wer die Jungs nach dem Spiel auf dem Eis gesehen und gehört hat, merkt dass es in der Mannschaft grundsätzlich stimmt. Von Grabenkämpfen oder dergleichen kann dort wahrlich nicht die Rede sein. Vor Allem Tosto, Bradford und Lessio waren außerdem jeweils sehr offene Kommunikatoren, und hatten/haben sehr geduldig mit den Fans gesprochen. Deutlich angenehmer als letzte Saison bspw. ein Gogulla oder ein Mebus. (Und nein, das hat nichts mit deren neuen Arbeitgeber zu tun)