Hatten wir das nicht schon ? 
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Ich habe mir diesen Artikel jetzt mal durchgelesen. Bei allem Respekt: Die dortige Argumentation, warum +/- nicht aussagekräftig sein soll, ist arg dünn.
Im dortigen Beispiel #1 geht es darum, dass der Wert bei einem Spieler, der sich prinzipiell im +-Bereich bewegt, bei steigender Spielzeit steigt. Ach was!? Und dafür brauche ich keine Sekunde Statistik-Vorlesung, um das zu ergründen, das ist reine Logik. (10 x 0,1) > (5 x 0,1). Echt. (Nebenbei gesagt: Sobald man im dortigen Beispiel der exakt gleichen Spieler die +/--Werte auf 60 Minuten hochrechnet, sind sie wieder gleich. Genauso logisch.)
Beispiel #2 zeigt auf, dass deine Statistik steigt, wenn du einen guten Keeper hast und sinkt, wenn das ein Fliegenfänger ist. Potzblitz, wer hätte das gedacht! Erklärungsansatz, wieder ohne Statistik-Seminar: Ja nu, schlechtere Fangquote bei gleichen Schüssen heißt mehr Gegentore. Und mehr Gegentore wirken sich halt auf die +/--Zahlen aus, das ist jetzt auch keine Raketenwissenschaft.
#3 ist eine Abwandlung von #2: Wenn die Schüsse deiner Kollegen häufiger zu Toren führen als die gleich vielen Versuche der Gegner ... schießt dein Team halt mehr Tore. Surprise, surprise: Wirkt sich +/--mäßig aus. Hatten wir gerade.
Das sind alles ziemliche Binsenwahrheiten. Natürlich hast du in einem besseren Team potentiell einen besseren Wert als in einem schlechten. Aber das macht den Wert dieser Statistik nicht zunichte, sondern man muss sie nur ein bisschen sinnentnehmend lesen.
Genannt wird dort das Beispiel Ovechkin, der 50 Tore geschossen hat, aber bei -35 steht. Um die -35 einordnen zu können, muss man zunächst mal alle PP-Tore herausrechnen, die ja bei +/- nicht mitzählen. Unterstellen wir mal, es seien 30 gewesen, dann können daraus zwei Schlüsse gezogen werden:
1.) Er ist mit 30 erzielten Toren in xy Spielen ein exzellenter PP-Spieler!
2.) Es bleiben 20 erzielte Tore bei 55 Gegentoren (20 - 55 = -35). Und das ist einem so starken Team wie den Caps. Dann hat - ganz wertneutral formuliert - WSH ein Defensiv-Problem, wenn und soweit Ovechkin bei 5vs5 auf dem Eis steht. Ob das an seiner privaten Abwehr-Allergie liegt und man ihn daher lieber nur noch im PP spielen lässt, ist dann die Folgefrage.
Oder anders, mal bezogen auf die DEL2 jetzt: Wenn ein KEV-Spieler heute bei +/- 0 steht, obwohl der KEV insgesamt eine Tordifferenz von +100 hat, scheint es bei dem Kollegen aktuell nicht so gut zu laufen, weil man es eigentlich gar nicht verhindern kann, im Plus-Bereich zu sein. Immerhin schießt das Team ja ständig mehr Tore als es bekommt, und ab und zu steht man da halt gerade mal auf dem Eis. Es ist kaum ein Zufall, dass die Kollegen Vandane, Newton und Santos auf den Plätzen 1-3 stehen: Die spielen viel und die scoren viel in einer guten Reihe eines guten Teams. Bei Kaufbeuren dagegen kommen überhaupt nur fünf Leute auf eine positive Bilanz, und nicht ein einziger von denen hat 20 Spiele bestritten. Jede Wette: 20 Spiele mehr und von denen hat niemand mehr +.
Natürlich kann man nicht alleine an den +/--Zahlen sehen, wie gut jemand ist. Aber aussagekräftig sind diese Zahlen, in den richtigen Kontext gestellt, dennoch.